Wer hat das schönste Weiß im ganzen Land?

10 Wandfarben im Vergleichstest

10 weiße Wandfarben haben wir für Sie getestet. Das Gute: Wirklich schlecht war keine davon. Aber es gibt feine Unterschiede, wie etwa beim Preis, der Ergiebigkeit oder der Neigung, beim Aufrollen stark oder weniger stark zu spritzen.

 
Wandfarben im Test © pelZONE
Im Test: 10 Dispersionsfarben auf Wasserbasis, darunter eine sogenannte feste Farbe mit zäher Konsistenz

Weiße Wandfarbe muss jeder Selbermacher ab und an kaufen, wenn eine Renovierung oder Umgestaltung der Wohnräume ansteht. Sie soll gut decken, ergiebig sein und sich gut verstreichen lassen. Die Deckkraft wird bei Wandfarben in Klassen angegeben. Einige Hersteller bewerben ihre Farbeimer mit der höchsten Deckkraft „Klasse 1“. Unser Test von insgesamt 10 weißen Wandfarben hat gezeigt, dass die meisten Farben aber auch ohne diese Kennzeichnung gut oder sehr gut decken.

Die Ergiebigkeit kann jedoch relativ stark variieren: Pro Quadratmeter variiert der Farbverbrauch um bis zu 100 g. Das wirkt sich auf das Preis-Leistungsverhältnis aus: Die günstige Farbe mit einem hohen Verbrauch ist am Ende nicht mehr so günstig.

Wir haben Markenprodukte und Baumarkt-Eigenmarken auf Deckkraft und Ergiebigkeit getestet. Außerdem wurde auch die Spritzneigung geprüft. Eine Farbe, die wenig spritzt, ist angenehmer zu verarbeiten als eine stark spritzende.

Wandfarben im Praxistest: Fast alle "sehr gut"

Eines kann man vorwegnehmen: Werden die Farben vorher nicht verdünnt, spritzt keine der getesteten Dispersionsfaben übermäßig stark. Am besten schneidet hier eine feste Farbe ab. Sie besitzt eine pastöse Konsistenz und spritzt daher kaum oder garnicht.

Allerdings war hier die Deckkraft nicht ganz so gut. Aber auch bei diesem wichtigen Testkriterium waren nur zwei der 10 Farben etwas schlechter. Man kann also fast bedenkenlos im Farbregal zugreifen.

Als ein letztes Entscheidungskriterium bleibt der Preis. Die als „Naturfarben“ titulierten Farben sind oft deutlich teurer, wie ein Gebinde in unserem Test für 80 Euro pro 10-l-Eimer. Dafür verzichten sie weitestgehend auf synthetische Inhaltsstoffe.

Andere Farben sind mit dem blauen Engel oder anderen Ökosiegeln ausgezeichnet – im Hinblick auf ein gesundes Raumklima ein nicht zu vernachlässigendes Kriterium. Berücksichtigt man alle diese Kriterien, gibt es bereits ab 35 Euro pro 10-l-Eimer wirklich vernünftige Wandfarben.

Die Farben Renovo Meisterweiss und das Titanweiss von Bauhaus kosten jeweils 40 Euro, decken gut, sind ergiebig und tragen Umweltsiegel. Aber auch die anderen Farben konnten überzeugen, wirklich schlecht war keine.

Wandfarben im Vergleich: So haben wir getestet

Die Testkriterien waren Deckkraft, Ergiebigkeit und die Spritzneigung. der Testaufbau war für jede Farbe identisch. Für unseren Test verwendeten wir Fliesraufasertapete. Im Test wollten wir nicht nur die Deckfähigkeit auf hellen Flächen, sondern auch auf dunklen Flächen testen.

Dazu trugen wir zwei Test-Farbstreifen in Anthrazit (RAL 7016) und Schwarz (RAL 9005) auf unsere Testflächen auf, die später überstrichen wurden. Die beiden Testfarbtöne in Anthrazit und Schwarz haben wir uns als normierte RAL-Farben im Baumarkt anmischen lassen und anschließend weiß überstrichen.


Für den Wandfarbentest wurde eine schwarze und eine graue Fläche überstrichen.

Testflächen:

  • Raufasertapete: Für unseren Test verwendeten wir Fliesraufasertapete. Auf die Gipskartonplatten wird vor dem Tapezieren Tiefgrund aufgetragen. Die Tapeten werden bahnweise aufgeklebt und mit einer Tapetenbürste glattgestrichen. Zu guter Letzt rollten wir die Fläche und Stöße mit einem Andrückroller.
  • Gipskarton: Damit die Farbe gleichmäßig auftrocknet und die Farbrollen nicht über den glatten Untergrund rutschen, wurde Haftgrund mit der Rolle aufgetragen. Beim Auftragen kann es zu überlappender Trocknung kommen. Im Normalfall erfolgt der Anstrich einer Gipskartonwand mit Dispersionsfarbe nach Din-Norm zweifach.

Für den Test kamen 20 Farbroller mit 18 cm Breite und 12 mm Florhöhe zum Einsatz.

Wandfarben im Test: Die Ergebnisse

 

1. Schöner Wohnen Spektralweiss

  • Gebindegröße: 10 l
  • Farbton: Weiß, matt
  • Ausreichend für: ca. 60–76 m2
  • Nassabriebbeständigkeit: Klasse 3
  • Basis: wasserbasiert
  • Preis: ca. 35 Euro
  • Infos: schoener-wohnen-farbe.com

Test-Video:

selber machen-Fazit: Eine relativ günstige Farbe aus dem „Schöner Wohnen“-Sortiment mit sehr guter Deckkraft. Die Teststreifen wurden vollständig überdeckt, sowohl bei Raufaser, als auch bei der Trockenbauplatte. Nassabrieb nur Klasse 3, die Farbe ist eher für das Schlafzimmer als die Küche.

Testnote: Gut
 

2. Schöner Wohnen Polarweiss

  • Gebindegröße: 10 l
  • Farbton: Weiß, Matt
  • Ausreichend für: ca. 70–90 m2
  • Nassabriebbeständigkeit: Klasse 2
  • Basis: Wasserbasiert
  • Preis: ca. 45 Euro
  • Infos: schoener-wohnen-farbe.com

Test-Video:

selber machen-Fazit: Das Polarweiss schneidet noch etwas besser ab als das Spektralweiss des Herstellers. Die Deckkraft ist sehr gut, allerdings ist die Farbe etwas ergiebiger und hat eine bessere Nassabriebsklasse. Gut: Die Farbe trägt den blauen Engel und ist zusätzlich emissionsgeprüft.

Testnote: Gut
 

3. Bauhaus Titanweiß

  • Gebindegröße: 10 l
  • Farbton: Weiß, matt
  • Ausreichend für: ca. 70–90 m2
  • Nassabriebbeständigkeit: Klasse 1
  • Basis: wasserbasiert
  • Preis: ca. 40 Euro
  • Infos: www.bauhaus.info

Test-Video:

selber machen-Fazit: Das Titanweiß der Eigenmarke von Bauhaus ist eine der ergiebigsten Farben im Test und liegt mit 40 Euro für 10 Liter Farbe preislich im oberen Mittelfeld. Die Farbe spritzt nicht mehr als andere und besitzt Klasse 1 beim Nassabrieb – insgesamt ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Testnote: sehr gut
 

4. Renovo (Hagebau) Meisterweiss

  • Gebindegröße: 10 l
  • Farbton: Weiß, matt
  • Ausreichend für: ca. 70–90 m2
  • Nassabriebbeständigkeit: Klasse 2
  • Basis: wasserbasiert
  • Preis: ca. 40 Euro
  • Infos: www.hagebau.de

Test-Video:

selber machen-Fazit: Das Meisterweiss von Renovo ist die Farbe mit dem geringsten Verbrauch auf Gipskarton im Test mit weniger als 200 g pro m2. Die Farbe spritzt kaum und kann dank der guten Deckkraft auch problemlos mit 5 bis 10 % Wasser verdünnt werden, was sie noch ergiebiger macht.

Testnote: Sehr gut
 

5. Renovo (Hagebau) Kristallweiss

  • Gebindegröße: 10 l
  • Farbton: Weiß, matt
  • Ausreichend für: ca. 67–90 m2
  • Nassabriebbeständigkeit: Klasse 3
  • Basis: wasserbasiert
  • Preis: ca. 35 Euro
  • Infos: www.hagebau.de

Test-Video:

selber machen-Fazit: Der zweite Testkandidat von Renovo schneidet ebenfalls sehr gut ab. Vorbildlich: Die Farbe trägt neben dem blauen Engel auch ein „sehr gut“-Label von Öko-Test. Der Verbrauch ist etwas höher und aufgrund der Nassabrieb-Klasse 3 eher eine Farbe für das Schlafzimmer als für die Küche.

Testnote: Gut
 

6. Swingcolor (Bauhaus) Arktisweiß

  • Gebindegröße: 10 l
  • Farbton: Weiß, Matt
  • Ausreichend für: ca. 70–90 m2
  • Nassabriebbeständigkeit: Klasse 3
  • Basis: Wasserbasiert
  • Preis: ca. 30 Euro
  • Infos: www.bauhaus.info

Test-Video:

selber machen-Fazit: Das Arktisweiß von Swingcolor deckt ganz gut, die Teststreifen sind nach einem Anstrich nicht mehr zu sehen. Allerdings war der Verbrauch in unserem Test höher als bei den meisten anderen Wandfarben. Damit ist der Vorteil des günstigeren Preises fast wieder dahin.

Testnote: Gut
 

 

7. Auro Wandfarbe Nr. 321

  • Gebindegröße: 10 l
  • Farbton: Weiß, matt
  • Ausreichend für: ca. 90 m2
  • Nassabriebbeständigkeit: Klasse 3
  • Basis: wasserbasiert mit Replebin
  • Preis: ca. 80 Euro
  • Infos: www.auro.de

Test-Video:

selber machen-Fazit: Die Auro-Wandfarbe gehört zu den Testkandidaten mit dem geringsten Verbrauch. Sie ist etwas dünnflüssiger und deckt die dunklen Farbbalken beim ersten Anstrich nicht hundertprozentig ab. Sie ist die teuerste Farbe, allerdings verzichtet der Hersteller auf synthetische Bestandteile.

Testnote: Gut
 

8. Alpinaweiß: Das Original

  • Gebindegröße: 10 l
  • Farbton: Weiß, matt
  • Ausreichend für: ca. 75 m2
  • Nassabriebbeständigkeit: Klasse 2
  • Basis: wasserbasiert
  • Preis: ca. 50 Euro
  • Infos: www.alpina-faben.de

Test-Video:

selber machen-Fazit: Die Alpina-Farbe hat in der Vergangenheit bereits einige gute Testergebnisse erzielt und gibt sich auch diesmal keine Blöße. Die Farbe ist etwas teurer als etwa Baumarkteigenmarken. Man bekommt dafür gute Qualität, die jedoch auch nicht deutlich besser ist als die mancher Konkurrenten.

Testnote: Sehr gut
 

9. Hornbach Naturweiß

  • Gebindegröße: 10 l
  • Farbton: Weiß, matt
  • Ausreichend für: ca. 70 m2
  • Nassabriebbeständigkeit: Klasse 3
  • Basis: wasserbasiert
  • Preis: ca. 35 Euro
  • Infos: www.hornbach.de

Test-Video:

selber machen-Fazit: Mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis kann die Hornbach-Farbe überzeugen. Preislich ist sie 10 bis 15 Euro günstiger als manche Markenprodukte und hat aber trotzdem eine sehr gute Deckung. Sie ist nicht so ergiebig wie etwa das Bauhaus Titanweiß oder das Alpina-Weiß Das Original.

Testnote: Gut
 

10. Dulux FesteFarbe

  • Gebindegröße: 2,5 l
  • Farbton: Reinweiß, matt
  • Ausreichend für: ca. 30 m2
  • Nassabriebbeständigkeit: Klasse 2
  • Basis: wasserbasiert
  • Preis: ca. 20 Euro
  • Infos: www.dulux.de

Test-Video:

selber machen-Fazit: Die FesteFarbe von dulux hat eine pastöse Konsistenz und spritzt fast nicht beim Auftragen. Die Deckkraft ist nicht so gut wie bei den flüssigen kollegen und auch der Verbrauch ist höher. Umgerechnet auf ein 10-l-Gebinde ist der Preis zu hoch – insgesamt noch eine „Gut“-Wertung.

Testnote: Gut


Zum Weiterlesen: Hier erfahren Sie, wie Sie Abtönfarbe richtig mischen und die Wand die richtige Farbe bekommt.
 


Darstellung des Herstellers (17.10.2018): 
​Trotz sehr guter Deckkraft-Werte ist das Gesamtergebnis bei den Produkten Polarweiss und Spektralweiss nur „gut“ (4 Sterne), weil der ermittelte Verbrauch relativ hoch und damit nur befriedigend sei. Die Prüfungen sind aus Sicht des Herstellers fehlerhaft durchgeführt worden und die Ergebnisse entsprechen nicht der Realität. Auf die Testflächen ist zu viel Farbe aufgetragen worden, obwohl auch ein weit geringerer Farbauftrag aufgrund der hervorragenden Deckkraft – insbesondere bei Polarweiss – schon ausgereicht hätte. Dadurch ist der Verbrauch unnötig hochgetrieben worden. Die extreme Stärke die Polarweiss in punkto Deckkraft hat, wurde bei der Testanlage absolut nicht beachtet. Auch bei wesentlich niedrigeren Auftragsmengen hätte SCHÖNER WOHNEN Polarweiss bereits ein sehr gutes Deckvermögen bewiesen. Die Verbrauchswerte bei einer reellen Renovierung sind mit Abstand besser, als im Test dargestellt. Polarweiss erreicht mit niedrigem Verbrauch eine hohe Deckkraft, wie auch Stiftung Warentest im Heft 09/2017 ermittelt hat, wo für Polarweiss weit besserer Werte ermittelt wurden. In dem Test wurde Polarweiss mit GUT 1,6 benotet und wurde damit einer der Testsieger.
 

Bernhard Eder, pelZONE
Fotos: 
pelZONE
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