Pflastersteine

Alte Terrassenplatten weiternutzen: So geht Garten-Upcycling!

Die alte Terrasse mit den langweiligen grauen Betonplatten war überfällig. Aber warum viel Geld für neue Platten ausgeben, wenn man mit einigen Pflasterklinkern und mit Hilfe einer Steinsäge ein interessantes neues Muster legen kann?

 
Terrassengestaltung Betonplatte mit Pflasterklinker © Ferdinand Graf Luckner
Die alten Betonplatten in Kombination mit Pflasterklinker ergeben ein völlig neues Bild

Grau, langweilig, unattraktiv – mit dem alten Terrassenbelag war wirklich kein Staat mehr zu machen. Und neben der Schönheit war über die Jahre auch die Funktionalität abhanden gekommen: Die Terrasse war auf der Seite ihres Ausgangs zum Garten immer weiter abgesackt, so dass zuletzt ein Gefälle von etwa 5 bis 6 Prozent zwar Regenwasser schnell abfließen ließ, bequemes Sitzen auf der Bank aber fast unmöglich machte. Abhilfe tat Not, es musste endlich etwas geschehen!

Terrassenplatten wiederverwenden

Bei der genauen Inspektion der Terrasse zeigte sich, dass die Betonplatten technisch noch völlig in Ordnung waren – wegwerfen kam also nicht in Frage. Was tun? Aufnehmen und einlagern? An weniger exponierter Stelle einen Weg damit legen? Oder an selber Stelle neu verlegen? Dann musste sich aber einiges ändern!

Doch wie ändert man einen Bodenbelag, der grau ist und ein Format von 50 x 50 cm hat? Zum Beispiel durch Hinzufügen einer neuen Farbe oder eines anderen Formats – oder durch beides. Indem man die Quadrate zu Dreiecken schneidet und rote Pflasterklinker ins Spiel bringt. Dann fehlt nur noch ein Verlegeplan. Der hat es aber in sich, besonders, wenn – wie in diesem Fall – die Größe der Terrasse durch eine Formschnitthecke begrenzt ist, und zwar auf 4,5 x 5 m.

Neue Formen und Farben

In so einem Falle zeigen sich die Vorzüge eines Layoutprogramms auf dem Computer. Man legt die äußere Form der Terrasse fest, stellt sich einen Vorrat an farbigen Quadraten, Recht- und Dreiecken her gestaltet damit die virtuelle Terrassenfläche. So weit, so einfach.

Die Ausführung gestaltete sich dann doch etwas schwieriger. Am Ende waren fast zwanzig Verlegepläne entstanden und einige Wochen ins Land gegangen. Die letzte Aktion hieß, den Verlegeplan zu Stein werden zu lassen. Dafür wurden benötigt:

  • 1 cbm Verlegesand
  • etwa 300 Pflasterklinker (Röben, etwa 35 Euro/qm)
  • ein Steinplattenschneider (als Leihgerät etwa 65 Euro pro Tag)
  • ein Rüttler mit Gummimatte (etwa 45 Euro pro Tag)
  • Plattenheber und Gummihammer
  • T-förmige Stahlschienen zum Abziehen der Sandfläche
  • ein 2-m-Richtscheit mit Wasserwaage (man kann auch ein wirklich gerades Brett in Verbindung mit einer Wasserwaage verwenden).

Ebenfalls hilfreich bei der Ausführung: trockenes Wetter und ein kräftiger, zupackender Freund.

Betonplatten mit Pflasterklinker verschönern

  1. Terrasse Platten säubern© Ferdinand Graf Luckner

    Platten säubern

    Die Arbeit beginnt mit dem Säubern der alten Platten. Da die Terrasse über die Jahre mehrmals erweitert und umgebaut wurde, legt die Dreckfräse des Hochdruckreinigers verschiedene Sorten Gehwegplatten frei.
  2. Terrasse Platten aufnehmen© Ferdinand Graf Luckner

    Platten aufnehmen

    Zweiter Schritt: Die Platten mit einem Plattenheber aufnehmen, nach Farben sortieren und zwischenlagern.
  3. Terrasse Verlegesand verteilen© Ferdinand Graf Luckner

    Verlegesand verteilen

    Das zu starke Gefälle wird angehoben, eingesackte Stellen aufgefüllt. Das Richtscheit mit Wasserwaage zeigt die Fehlstellen auf und hilft beim Verteilen des Verlegesands.
  4. Terrasse Sand anrütteln© Ferdinand Graf Luckner

    Sand anrütteln

    Der grob verteilte Sand wird angerüttelt, eventuell noch vorhandene Fehlstellen aufgefüllt und noch einmal gerüttelt
  5. Terrasse Stahlschienen positionieren© Ferdinand Graf Luckner

    Stahlschienen positionieren

    Wenn die Höhe für das Sandbett festgelegt ist (Terrassenniveau minus Plattenstärke), werden die Stahlschienen zum Abziehen positioniert. Wichtig: Gefälle vom Haus weg einbauen!
  6. Terrasse Sandbett abziehen© Ferdinand Graf Luckner

    Sandbett abziehen

    Das Sandbett wird mit Richtscheit und – vorsichtshalber – Wasserwaage abgezogen, das heißt, das Scheit wird auf die Schienen gedrückt und mit leichten Hin-und-her-Bewegungen über das Sandbett gezogen.
  7. Schnüre spannen© Ferdinand Graf Luckner

    Schnüre spannen

    Bei dieser Art Muster wird aus der Mitte gearbeitet, deshalb wird diese mit zwei Schnüren, die von Ecke zu Ecke gespannt werden, festgelegt. Ein Stab markiert sie.
  8. Terrasse Erste Platte positionieren© Ferdinand Graf Luckner

    Erste Platte positionieren

    Zwei Trittsteine (bei größeren Terrassen auch mehr) werden ausgelegt, und die erste Platte kann positioniert werden.
  9. Terrasse Pflasterklinker zuschneiden© Ferdinand Graf Luckner

    Pflasterklinker zuschneiden

    Während die normalen Platten verlegt werden, kann damit begonnen werden, zunächst die Pflasterklinker zuzuschneiden. Wenn klar ist, wie groß die dreieckigen Platten werden müssen (ein paar Sandkörner in den Fugen können den schönsten Plan über den Haufen werfen), ollten auch die mit dem Steinplattenschneider zur Verlegung vorbereitet werden. Ganz wichtig: Schützen Sie Ihre Augen, Ohren und Hände!
  10. Lehre erleichtert die Arbeit© Ferdinand Graf Luckner

    Lehre erleichtert die Arbeit

    Da bei diesem Muster nur 45°-Winkel benötigt werden, kann man sich mit einer Lehre (zur Not kann man sich die selbst aus einem Brett zuschneiden) die Arbeit enorm erleichtern.
  11. Terrasse Platten nach schneiden© Ferdinand Graf Luckner

    Platten nachschneiden

    Platten von 50 x 50 cm messen über die Diagonale rund 70 cm. Bei manchen Maschinen muss man die Platte drehen und den Grat nach schneiden.
  12. Terrasse Platten verlegen© Ferdinand Graf Luckner

    Platten verlegen

    Das Verlegen der Platten geht trotz ihres Gewichts von rund 30 kg zügig voran. Auch die Klinker machen keine Probleme, da sie nur etwas dicker sind als die Platten. Die Überstände werden mit dem Gummihammer eingeschlagen.
  13. Terrasse Graben ausheben© Ferdinand Graf Luckner

    Graben ausheben

    Eine Gipskelle eignet sich gut, um den Graben für die Setzstufe auszuheben.
  14. Terrasse Stufe einsetzen© Ferdinand Graf Luckner

    Stufe einsetzen

    Durch den Wegfall des extremen Gefälles liegt die Terrasse jetzt rund 12 cm höher. Am Ausgang der Terrasse muss eine Stufe eingebaut werden.
  15. Terrasse Setzstufen einschlagen© Ferdinand Graf Luckner

    Setzstufen einschlagen

    Die Setzstufen werden eingeschlagen.
  16. Terrasse Übereinstimmung überprüfen© Ferdinand Graf Luckner

    Übereinstimmung überprüfen

    ... die Übereinstimmung mit dem Sandbett überprüft und ...
  17. Terrasse Überprüfen© Ferdinand Graf Luckner

    Überprüfen

    ... sichergestellt, dass sie waagerecht eingebaut sind.
  18. Terrasse Sandbett abziehen© Ferdinand Graf Luckner

    Sandbett abziehen

    Jetzt endlich kann das Sandbett für das Randmuster abgezogen werden. Auch dafür werden wieder die Stahlschienen eingebaut und sorgfältig ausgerichtet.
  19. Terrasse Erstes Dreieck positionieren© Ferdinand Graf Luckner

    Erstes Dreieck positionieren

    Das erste Dreieck wird mittig zur bereits verlegten inneren Fläche des Musters positioniert. Auch hier ist wieder Sorgfalt geboten, damit das Muster symmetrisch wird.
  20. Terrasse Dreiecke verlegen© Ferdinand Graf Luckner

    Dreiecke verlegen

    Die Dreiecke zu verlegen ist – auch vom Gewicht her – relativ leicht. Bei den Klinkern treffen immer ein gerader und einer mit Gehrung aufeinander.
  21. Terrassenplatten Passstücke herstellen© Ferdinand Graf Luckner

    Passstücke herstellen

    Abhängig von der Größe der Terrasse müssen für die Ecken Passstücke hergestellt werden. Wenn sie so schmal sind wie hier, ist Vorsicht geboten: Solche Stücke brechen leicht
  22. Fugen einschlämmen© Ferdinand Graf Luckner

    Fugen einschlämmen

    Zum Schluss werden die Fugen mit Sand und viel Wasser eingeschlämmt.
  23. Terrasse verlegen Tipp© Ferdinand Graf Luckner

    Tipp

    Soll ein Gefälle eingemessen werden, kann man an einem Ende der Wasserwaage ein entsprechendes Holz befestigen. Das heißt: Bei einer 1-m-Wasserwaage muss das Hölzchen für 1 % Gefälle 1 cm dick sein, für 2 % sind es 2 cm. Sollen 1,5 % Gefälle mit einem 2-m-Richtscheit angelegt werden, dann muss das Abstandsholz – wie im Bild zu sehen – 3 cm dick sein.

Eine Terrasse – viele Entwürfe

  1. Terrassenplatten im Karo-Muster© Tillman Straszburger

    Karo-Muster

    Es gibt noch viele weitere Entwürfe, vier davon stellen wir Ihnen hier vor. Der erste ist konsequent hell-dunkel, ähnlich einem Schachbrett.
  2. Terrassenplatten Schlichter Entwurf© Tillman Straszburger

    Schlichter Entwurf

    Der zweite ist der schlichteste: Hellgraue Platten, diagonal verlegt, mit dunklen Dreiecken als Rand.
  3. Terrasse Betonplatten und Pflasterklinker© Tillman Straszburger

    Betonplatten und Pflasterklinker

    Der dritte besteht aus einer Sorte Betonplatten – hell oder dunkel – und ist mit viel Rot in Form von Pflasterklinkern akzentuiert.
  4. Terrasse Extravagante Variante© Tillman Straszburger

    Extravagante Variante

    Nummer 4 ist der extravaganteste. In eine graue Fläche ist ein Muster eingelassen, das an einen Teppich erinnert. Mit einer Sitzgruppe an dieser Stelle wird die Terrasse zu einem kunstvoll gestalteten Wohnzimmer im Freien.

Zum Weiterlesen: Der große Terrassendielen-Vergleich: So gut sind Holz, WPC und Alternativen

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