Holzboden renovieren

Parkettboden selbst schleifen – So funktioniert´s

Zwar zeichnet sich Parkettfußboden durch eine lange Lebensdauer aus, allerdings wird seine Oberfläche mit der Zeit stumpf und es können sich Kratzer bilden. Wenn Sie Ihren Parkettfußboden renovieren, müssen Sie die alte Lackschicht zuerst komplett abschleifen. Wir erklären Ihnen, wie Sie Parkett richtig schleifen und geben Ihnen praktische Tipps.
 

 
Parkett abschleifen © Lambertsen
Verleihen Sie Ihrem Parkettboden einen neuen Schliff!

Wenn Sie Ihren Parkett abschleifen und anschließend neu versiegeln möchten, ist das zwar anstrengend und schweißtreibend, aber es funktioniert einfacher als viele anfangs annehmen. Hinzu kommt, dass Sie sich einiges an Geld für eine Firma sparen können. Selbst tiefe Kratzer und Dellen, wie sie zum Beispiel durch schwere Möbel verursacht werden, lassen sich durch gründliches Abschleifen leicht entfernen. Wenn Sie dabei wie folgt vorgehen, wird sich Ihr Ergebnis später sehen lassen können!
 

Parkett abschleifen: Das benötigen Sie dazu

Um Ihren Parkettboden zu schleifen, benötigen Sie drei verschiedene Maschinen:

  • Walzenschleifmaschine
  • Randschleifmaschine
  • Einscheibenschleifmaschine

Die Schleifmaschinen können Sie in Verleihshops oder Baumärkten mieten. Außerdem benötigen Sie Schleifbänder und -papier der Körnungen 24, 40, 60 und 100, ferner ein paar Schleifgitter der Körnung 120 für den Fein- und Zwischenschliff. Danach heißt es Ölen, Wachsen oder Lackieren – ganz nach Ihrem Geschmack.

Diese können Sie in jedem gut sortierten Baumarkt ausleihen. Alternativ sind spezielle Maschinenverleihe gute Anlaufstellen. Außerdem benötigen Sie für die Feinarbeiten entlang der Ränder und Ecken folgende Geräte:

  • Randschleifmaschine
  • Winkelschleifer
  • Dreiecksschleifer

 

Was ist bei der Parkettschleifmaschine zu beachten?

Wer sich in einem Baumarkt oder im Holzfachhandel eine Schleifmaschine für's Parkett ausleiht, bekommt normalerweise eine kleine Gebrauchsanleitung sowie eine kurze Einweisung mit auf den Weg. Dennoch gibt es durchaus ein paar Dinge zu beachten, damit keine teuren Schäden an den Maschinen entstehen, für deren Reparatur man dann zusätzlich zur Kasse gebeten wird.

Tiefe Spuren in der Walze vermeidet man beispielsweise dadurch, dass man vor dem Schleifen alle Nägel versenkt oder herauszieht. Besser im Griff hat man die Schleifmaschine mit einem Sicherheitsgurt, der auch den Körper entlastet.

Denken Sie ebenfalls an eine entsprechende Schutzausrüstung wie Gehörschutz, Staubmaske und Knieschützer. All das erhalten Sie genau wie die dazugehörigen Versiegelungs-Lacke, Öle oder Wachse ebenfalls im Baumarkt. Welches Mittel sich zur Oberflächenbehandlung sich am besten eignet und wie Sie Holzdielen versiegeln, ölen oder Waschen, können Sie hier nachlesen.
 

Parkett abschleifen: So gehen Sie vor

Für ein gutes Ergebnis sind mindestens drei Schleifgänge mit feiner werdendem Schleifpapier notwendig. Los geht es mit dem ersten groben Schleifgang. Je nach Beschädigung oder Abnutzung des Bodens müssen Sie die gröbste Körnung wählen. In unserem Fall war es eine 24er-Körnung.

Mehrschichtparkett hat eine Holzlaufschicht von 2,5 mm bis 6 mm. Beim Abschleifen werden etwa 0,5 mm abgetragen, es sind also mehrere Schleifgänge möglich. Massive Dielen können noch öfter einer Frischekur unterzogen werden.

Rechnen Sie mit 2 Schleifbändern pro 10 Quadratmeter Dielenfläche, wobei unserer Erfahrung nach die gröbste Körnung dem schnellsten Verschleiß unterliegt, wohingegen die 100er-Schleifbänder entsprechend länger halten.

Bevor Sie mit der eigentlichen Arbeit loslegen, sollten Sie zunächst alle alten Holzsockel im Raum entfernen. Als nächstes müssen Sie noch das richtige Schleifpapier in die Schleifmaschine einlegen. In der Regel benötigt man für Parkett drei Schleifgänge. Für jeden davon benutzt man Schleifpapier mit einer anderen Körnung:

  1. Schleifgang: Körnung 24
  2. Schleifgang: Körnung 40
  3. Schleifgang: Körnung 60
  4. Schleifgang: Körnung 100

 

Parkett-Flächen abschleifen

Mal eben eine Maschine aus dem Baumarkt ausleihen und drauflos schleifen, ist keine gute Idee – es werden sichtbare Schleifspuren bleiben, wenn man nicht richtig vorgeht:

  • Von der Wand an diagonal zum Dielenverlauf schleifen (Körnung 24, 40, 60). In den gleichen Bahnen schleifen Sie dann jeweils noch einmal in der Gegenrichtung.
  • Wieder diagonal verläuft der nächste Schliff, jetzt in die andere Richtung – gleiches Prozedere wie beim ersten Gang. Der Boden ist jetzt eingeebnet.
  • Erst mit der letzten, der 100er-Körnung, die Dielen in Maserrichtung schleifen. Auch hier anschließend in entgegengesetzter Richtung arbeiten.

Während des Schleifens versetzen Sie die Maschine immer wieder um eine halbe Spur, bis Sie die komplette Fläche bearbeitet haben.

Wichtig: Niemals in Kurven fahren oder bei abgesenkter Walze stehen bleiben!


Foto: Shutterstock

Ränder vom Parkett bearbeiten

Beim Zurückziehen der Schleifmaschine bleibt ungefähr ein Meter am Rand entlang ungeschliffen. Diese Fläche bearbeiten Sie am besten in umgekehrter Richtung zur vorhandenen Schleifspur. Jetzt können Sie die Bodenränder mit der Randschleifmaschine abfahren. Für die Ecken verwenden Sie einen Winkelschleifer. Der Feinschliff gelingt Ihnen mit dem Dreiecksschleifer.
 

Fugen und Risse im Parkett auffüllen

Nachdem Sie den alten Lack komplett abgeschliffen haben, können Sie alle Risse und Fugen mit einem Gemisch aus Schleifstaub und Fugenkitt verschließen. Im Anschluss folgt der letzte Schleifgang. Schleifen Sie mit jeder Schleifpapier-Körnung die gesamte Fläche des Raumes und anschließend alle Ränder wie oben beschrieben. Saugen Sie den Boden nach jedem Schleifgang gründlich ab. Beachten Sie außerdem, dass es verschiedene Parkett-Arten und damit auch unterschiedliche Schleifrichtungen gibt.
 

Den Parkettboden mit Lack versiegeln

Die gängigste Variante ist es, Parkett mit Lack zu versiegeln. Er bildet eine Schutzschicht und macht das Holz dadurch robuster als Öl oder Wachs. Gehen Sie beim Versiegeln Ihres Parkettbodens mit Lack folgendermaßen vor:

  1. Tragen Sie eine Grundierung und anschließend die erste Lackschicht auf.
  2. Durch das Auftragen des Lacks stellen sich die Holzfasern auf. Diese beseitigen Sie, indem Sie den Boden mit einer Tellerschleifmaschine zwischenschleifen.  
  3. Tragen Sie nun eine zweite Lackschicht auf.

Beim Lackieren sollten Sie idealerweise zuerst die Ränder vorstreichen. Danach können Sie damit weitermachen, die Fläche großräumig zu lackieren. Rollen Sie immer zuerst in die eine und danach noch einmal in die entgegengesetzte Richtung aus, damit der Lack den Boden gleichmäßig auffüllen kann.


Foto: Shutterstock

Als Alternative können Sie Ihren Boden auch mit Öl behandeln. Finden Sie hier 10 Tipps, wie Sie Ihren Holzboden perfekt ölen. Zudem gibt es ein paar Dinge zu beachten, wenn Sie Parkett kaufen. Wie Sie Parkett auch auf Treppen verlegen, lesen Sie hier.

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