So fühlt sich der Buchs wohl

Buchsbaumpflege: Was tun gegen Schädlinge und Krankheiten?

Bis vor wenigen Jahren war die Buchsbaumwelt in Ordnung. Dann kamen die Störenfriede! Hier erfahren Sie, was Sie gegen Buchsbaumzünsler und Pilzbefall unternehmen können.

 
Buchsbaumzünsler © pixabay
Die Raupe des Buchsbaumzünslers ist gefräßig

Der Buchsbaum (Buxus) ist schon ein ganz besonderes Gehölz: Er wächst auf den unterschiedlichsten Böden, in Sonne wie Schatten, ist vollkommen winterhart, extrem schnittfest - und in sämtlichen Pflanzenteilen giftig. Leider machen dem eigentlich als widerstandsfähigen und robusten Strauch inzwischen ein Falter und ein Pilz schwer zu schaffen. Die Rede ist vom Buchsbaumzünsler sowie von Cylindrocladium buxicola.

Gleich die Flinte ins Korn werfen und den Buchs entfernen? Muss nicht sein! Es gibt nämlich viele Möglichkeiten, ihm vorbeugend Gutes zu tun. Das Wohlfühlprogramm für den Buchs fängt nämlich bereits mit dem richtigen Standort an.

Buchsbaum: Der richtige Standort

Obwohl sehr genügsam, gedeiht der Buchsbaum am besten in durchlässigen, kalkhaltigen und ausreichend feuchten Lehmböden. Weniger gute Plätze lassen sich verbessern. Schatten vertragen die Pflanzen zwar, günstiger sind jedoch sonnige und luftige Lagen. Dort trocknen nasse Blätter schnell ab, was Pilze schon mal gar nicht mögen.

Sehr wichtig sind wie immer ausreichend Wasser und regelmäßiges Düngen. Vor allem bei Kübelpflanzen ist Dünger wichtig: Von April bis Anfang August sollten Sie den Buchs im Pflanzkübel einmal pro Woche mit Dünger im Wachstum unterstützen, beispielsweise mit dem organischen BioTrissol Plus Buxus- & Ilex-Dünger von Neudorff. Im Pflanzbeet reicht es aus, wenn Sie zweimal düngen, im Frühjahr und im Sommer.

So sieht das gesunde Laub des Buchsbaumes aus

Buchsbau: Der richtige Schnitt

Auch der richtige Schnitt ist ein wichtiger Beitrag zur Kräftigung der Pflanzen. Buchsbaum können Sie theoretisch von April bis September monatlich schneiden.

Wichtig: Nur mit scharfen und sauberen Klingen schneiden, um keine Krankheiten zu übertragen. Arbeiten Sie deshalb auch nie bei Regen! Bei Sonne könnten frisch freigelegte Blätter verbrennen. Optimal ist der Schnitt bei bedecktem HimmelHier erfahren Sie mehr über den Formschnitt.

Buchsbaum: Was hilft gegen Krankheiten und Schädlinge?

Bei einem Schädlingsbefall gilt es, schnell zu handeln. Zunächst ist es wichtig, die Ursache zu identifizieren.

  • Buchsbaumzünsler: Die gelb-grünen Raupen mit schwarzweißen Streifen des kleinen Falters fressen die Pflanzen in kurzer Zeit kahl und überziehen sie mit feinen Gespinsten. Mit speziellen Buchsbaumzünsler-Fallen werden Sie schnell auf die lästigen Störenfriede aufmerksam. Gegen die Raupen können Sie mit Bio-Präparaten wie "Raupenfrei Xentari" vorgehen. Das Mittel ist nützlingschonend und nicht gefährlich für Bienen. Wichtig: Pro Jahr fliegen zwei bis drei Generationen der Kleinschmetterlinge.
  • Pilzbefall (Cylindrocladium buxicola), auch Buchsbaum-Triebsterben: Zuerst zeigen sich braune Blattflecken und dunkle Streifen, die bald flächendeckend zusammenfließen. Auf der unteren Seite der braunen Blätter bildet sich weißer Sporenbelag. Aber auch gegen den aggressiven Pilzbefall können Sie etwas unternehmen: Vorbeugend wie heilend gegen den Pilz wirkt beispielsweise "Fungisan Rosen- und Buxus-Pilzfrei".

Diese Buchsbaumhecke ist von Cylindrocladium buxicola befallen

Ist der Pilzbefall bereits weit fortgeschritten, helfen auch keine Fungizide mehr. Dann muss die Pflanze und das Laub restlos entsorgt werden, zum Beispiel im Restmüll oder durch Verbrennen. Doch Vorsicht: Wenn die befallenen Buchsbäume auf dem Kompost landen, können sich dort die Pilzsporen erneut ausbreiten. Um sicher zu gehen, heben Sie auch die oberste Erdschicht aus und entsorgen diese. Alternativ können Sie die Pflanzen auch professionell kompostieren lassen.

Tipp: Falls Sie sich nicht sicher sind, ob es sich wirklich um Cylindrocladium buxicola handelt, sollten Sie einen Gärtner konsultieren.

Die "Neudomon Buchsbaumzünslerfalle" soll gegen Schädlingsbefall helfen

Buchsbaum: Diese Sorten sind besonders empfindlich

Je nach Sorte sind Buchsbäume verschieden anfällig für Befall von Schädlingen und Pilzen. Wenn Sie planen, eine Beeteinfassung mit Buchs anzulegen, sollten Sie also die richtige Pflanze wählen.

Besonders anfällig sind:

  • "Blauer Heinz"
  • "Suffruticosa"

Weniger anfällig sind:

  • "Arborescens"
  • "Herrenhausen"
  • "Faulkner"

Fünf Alternativen zum Buchsbaum

Muss es wirklich ein Buchsbaum sein? Bei der Neugestaltung des Gartens können Sie auch auf vergleichbare Alternativen zurückgreifen, beispielsweise aus der Gattung Ilex. Die "Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Heidelberg" empfiehlt:

  • Amerikanischer Ilex (Ilex mersevae) "Little Rascal": Kompakt wachsende und dicht geschlossene Pflanze, weiches und immergrünes Laub, sehr frosthart, auch als Balkon- und Kübelpflanze nutzbar
  • Japanische Hülse (Ilex crenata) "Dark Green": Dem Buchsbaum sehr ähnlich, gute Schnittverträglichkeit für Kugel-, Kegel- oder Pyramidenformen, tiefgrünes Blatt, sehr winterhart
  • Japanische Hülse (Ilex crenata) "Caroline Upright": buschiger, niedriger Wuchs, geeigent für niedrige Hecken, weiße Blüten, schwarze Beeren, winterhart
  • Tatra-Seidelbast (Daphne arbuscula): längliches Laub, niedriger Wuchs, geeignet als Beeteinfassung oder Bodendecker, stark duftende Blüte. Vorsicht: Giftig - wie auch der Buchsbaum!
  • Steineibe (Podocarpus nivalis): Langsam wachsende, strauchartige und anspruchslose Zwergkonifere, kompakter Wuchs, gute Formbarkeit, grüne Nadeln, sehr schnittverträglich und bodendeckend, ideal als flächige Friedhofspflanze, niedrige Hecke oder Einfassung

Bilder: Pixabay / Neudorff / Harries Plantdesign

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